Lesetipp von
Ella Klees
05.01.2023

Josefin fühlt sich unsichtbar. In ihrer Klasse ist da niemand, mit dem sie befreundet ist, niemand achtet wirklich auf sie und sie hat nicht mal einen Spitznamen, obwohl ihr Name sich dafür so gut anbieten würde.
Bis Hanna in ihre Klasse kommt, Hanna, still und in sich gekehrt, die kaum auf ihren Namen reagiert, vom Regen unberührt scheint und immer ein Buch über gotische Kirchen mit sich herumträgt. Und obwohl das alles Josefin komisch vorkommt, entsteht zwischen den beiden mit der Zeit eine Freundschaft, die beiden etwas gibt, was ihnen bisher gefehlt hat. Bis Hanna eines Tages verschwindet und die Geheimnisse, die zwischen ihnen stehen, unüberwindbar scheinen.

Susan Kreller erzählt in diesem Jugendbuch ab 13 Jahren eine zarte und doch wortgewaltige Geschichte von Freundschaft, Zusammenhalt und Geheimnissen, von dem Gefühl, unsichtbar zu sein und dann doch von einer Person gesehen zu werden.

Josefin beobachtet sehr genau, was um sie herum passiert und Susan Kreller schafft es, alltägliche Situationen mit so viel Wortgewandtheit und außergewöhnlichen sprachlichen Bildern zu beschreiben, dass man sofort in die Geschichte hineingesogen wird und den Charakteren sehr nahekommen kann. Die skurrilen, aber sehr liebenswerten Figuren sind auch das, was dieses Buch so lebendig und fesselnd macht. Besonders ist es aber der poetische und kunstvolle Schreibstil, der mir in Erinnerung bleiben wird.

Jugendbuch ab 13
Carlsen, 15,00 €

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